„metamorphosis“, die neue Inszenierung der Theatergruppe RAMPIG Haus der Jugend basiert auf Franz Kafkas Prosastück „Die Verwandlung“. Kafkas Vorlage erzählt die ebenso ergreifende wie komisch-skurrile Geschichte des Vertreters Gregor Samsa, der eines Morgens zu einem ungeheuren Ungeziefer gewandelt erwachte. Diese Tatsache bereitet ihm recht viele Umstände, denn schon die einfachen Vorgänge des Aufstehens, sich Anziehens und Frühstückens entpuppen sich als Herausforderungen. Anfänglich meistert er diese mit dem ihm typischen Pflichtbewusstsein, dann mit Verbissenheit, letztlich mit Verzweiflung. Eines tut er aber nicht: Er fragt sich nie, wirklich nie, warum er sich verwandelt hat. Diese Frage stellt auch nicht seine scheinkranke Mutter und seine liebliche Schwester und nicht der autoritäre Vater. Auch sein Vorgesetzter nimmt die Tatsache als gegeben hin. Sie erschrecken sich zwar, Gregor in seiner neuen Gestalt zu sehen, forschen aber nicht nach den Ursachen der Metamorphose.


Das Leben zu erforschen wurde zum Leitfaden der Inszenierung. In einem Labor, wo das sterile Weiß und skurrile Gegenstände die Atmosphäre bestimmen, werden die immer wiederkehrenden Strukturen des Lebens unter die Lupe genommen. Geburt, Sterben, Emotionalität und Sexualität, Macht und Abhängigkeit werden in ihrer puren Form gezeigt. Isoliert von den Zusammenhängen, die oft den Blick auf das Wesen der Sache versperren, wird in diesem Stück schonungslos analysiert. Das grelle Neonlicht und die stets anwesende Live-Kamera ermöglichen den Zuschauern den totalen Überblick. Die Zuschauer sind von Anfang an in diesem Labor des Lebens gefangen. Sie sind ein Teil der Inszenierung, ein Teil des Bühnenbildes, ein Bestandteil der Geschichte. Sie sind Zuschauer und Darsteller, Opfer und Täter, Forscher und Laborratten zugleich.


„metamorphosis“ ist ein ständiges Wechselspiel zwischen der gewohnten theatralischen Beobachtung und eigenem Handeln auf der Bühne. Reale Welt und irreale Bühnengeschehen vermischen sich unmerklich. Ebenso wie die Bühne und der Zuschauerraum, die zunächst streng voneinander getrennt scheinen und dann, während der Aufführung, ineinander übergehen. Die Fiktion des Theaters und die Realität der Zuschauer werden zu einer Einheit. So verwandeln sich nicht nur der Protagonist und seine Familie, sondern alle Beteiligten.


Nach 97 Jahren seit der Entstehung des kafkaschen Textes und im Jahr des 126. Geburtstags von Franz Kafka wagen die 21 jungen Darsteller und Künstler der seit 2005 bestehenden Jungen Theatergruppe RAMPIG  Haus der Jugend einen weiteren Schritt des theatralischen Experimentierens. Die Theaterbesucher erwartet kein homogener Theaterabend, sondern eine aus Textfragmenten, Rauminstallationen, Tanzperformance und Kunstausstellung bestehende Achterbahnfahrt.


Aufführungstermine:

Freitag, 17.07.2009, 19:30 Premiere

Samstag, 18.07.2009, 19:30 Aufführung

Sonntag, 19.07.2009, 19:30 Aufführung


Ort: Haus der Jugend, Römerstr. 87, 69115, Tel. 06221 602926

Vorverkauf ab 15.06.2009

Sonntag, 7. Juni 2009

 
 
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